Steinmetze beseitigen Tornadoschäden

Quelle: Sächsische Zeitung vom 02.11.2010 Susanne Plecher, Foto: K.-D. Brühl

Auf dem Friedhof sind Reparaturarbeiten im Gange. Ab Ende November werden 300 Bäume und Sträucher gepflanzt.

Die Instandsetzung der vom Tornado zerstörten Friedhofsmauern und Grabmale hat begonnen. Mitarbeiter des Steinmetzbetriebes Hartmut Witschel sind seit letzter Woche damit beschäftigt, die großen Mauerdurchschläge zu schließen. Danach sollen die beschädigten Wandgräber repariert werden. „Wegen der Witterung nehmen wir uns zuerst die gravierend beschädigten Stellen vor", sagt Steinbildhauermeister Witschel. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich bis in den März des kommenden Jahres dauern.

Keine Rekonstruktion
„Es ist eine Instandsetzung, keine grundlegende Rekonstruktion der kircheneigenen Mauern und Grabmale", so Friedhofsmeister Stefan Ullmann. Den Preis dafür trage die Versicherung. An fünf Stellen sei die Friedhofsmauer durch umstürzende Bäume massiv beschädigt worden. „Meist waren die Abdeckungen der Grabmale und Familienstellen zerstört oder die Grabsteine umgekippt", sagt Ullmann. Für die Arbeiten an den Grabmalen werden vorwiegend Altteile genutzt, die von den fallenden Bäumen zwar abgeschlagen wurden, aber noch verwendbar sind. Andere, die zerstört wurden, werden von den Steinmetzen ersetzt.
Da die gesamte Friedhofsanlage als Denkmal gilt, wurde die untere Denkmalschutzbehörde in die Reparaturplanungen einbezogen. Schon Ende Juli hatte sie eine entsprechende Genehmigung ausgestellt. „Das ging schnell und unkompliziert", sagt Marion Preibisch vom Großenhainer Ingenieurbüro Preibisch, das die Bauplanung durchgeführt hatte. Restauriert werden auch zwei Einzeldenkmale aus der Zeit des 19. Jahrhunderts, die vermutlich schon auf dem Katharinenfriedhof standen.

Geld für Neuanpflanzung fehlt
344 Bäume und damit 90 Prozent der Baumbepflanzung des 5,5 Hektar großen Areals waren dem Tornado zum Opfer gefallen. Für deren Beräumung hat die Friedhofsverwaltung 95 000 Euro aus der eigenen Tasche gezahlt. Nun sind die Rücklagen aufgebraucht. „Ende November beginnen wir mit den Wiederanpflanzungen", sagt Ullmann. Etwa 70 000 Euro sind dafür veranschlagt, für die die Generalversicherung des Friedhofes nicht aufkommt. „Das müssen wir selber stemmen", sagt Ullmann. Um das zu schaffen, sammelt die Kirche Geld- und Einzelbaumspenden. Außerdem bestehe ab sofort die Möglichkeit, zur Erinnerung an Taufen, Konfirmationen oder Trauungen in der Großenhainer Kirche ein Bäumchen auf den Gottesacker zu pflanzen. Insgesamt sollen rund 300 Bäume und viele Sträucher gesetzt werden. „Solange die Bäume noch klein sind, werden die niedrigen Gehölze dem Friedhof einen gewissen Rahmen geben", sagt der Friedhofsmeister.
Der Wiederbepflanzungsplan wurde von der Dresdner Landschaftsarchitektin Annette Haufe erstellt und ist im Friedhofsschaukasten einsehbar. Die Schäden, die der Tornado zu Pfingsten an Wegen, Bäumen, Einfriedungen und Gräbern angerichtet hatte, lagen Angaben des Superintendenten Eckhard Klabunde zufolge bei rund 707 000 Euro.
 

Steinmetzhelfer Sven Hesse mauert mit seinen Kollegen die Löcher in den Friedhofsmauern zu. Hier schneidet er eine Grabmalabdeckung.      
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